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Sensationeller und doppelter Dreifach-Triumph der Rennrodler beim Heim-Weltcup

26.11.2016 18:00

Deutsche Rennrodler holten Gold, Silber und Bronze bei den Damen als auch bei den Doppelsitzern.

WINTERBERG . Es war ein sensationeller Auftakt für die deutschen Rennrodlerinnen in den Weltcup-Winter 2016/2017: Beim 1. Viessmann Rennrodel-Weltcup in der VELTINS EisArena sorgten sowohl die deutschen Damen im Einsitzer- als auch die Herren im Doppelsitzer für einen nicht erwarteten Dreifach-Erfolg. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger (SV Miesbach) siegte ebenso wie das Duo Toni Eggert/Sascha Benecken (RC Ilsenburg/RT Suhl) am ersten Weltcup-Tag in der VELTINS-EisArena in Winterberg. Morgen stehen die Weltcup-Entscheidungen bei den Herren sowie im Sprint auf dem Programm.

"Das war schon ein sehr toller Auftakt für unsere Mannschaft. Damit bin ich zufrieden. Ganz besonders freut es mich, dass wir bei den Doppelsitzern den heutigen Erfolg der Damen wiederholen können, auch wenn wir dort nicht die perfekten Läufe hatten", meinte Bundestrainer Loch.

Wie schon beim Weltcup-Finale im Februar an gleicher Stätte setzten sich auch diesmal die beiden Thüringer Toni Eggert (BRC Ilsenburg) und Sascha Benecken (RT Suhl) durch und verwiesen in einem spannenden Krimi nach zwei Läufen die beiden Lokalmatadoren Robin Geuecke und David Gamm (beide BRC Winterberg) nur um 0,382 Sekunden auf den zweiten Platz. Dagegen reichte es für die beiden Olympiasiegern Tobias Wendl (RB Berchtesgaden) und Tobias Arlt (WSV Königssee) diesmal mit einem Rückstand von 0,521 Sekunden nur zu Rang drei. Zugleich setzten Toni Eggert und Sascha Benecken noch eine andere Duftmarke. Sie verpulverten die beim Weltcup-Finale im Februar in der VELTINS EisArena aufgestellte Startbestzeit (2,983) sowie den Bahnrekord auf eine neue Bestmarke (42,962 Sekunden).

"Wir sind einfach glücklich, dass wir hier gewonnen haben, obwohl dies heute keine perfekten Läufe waren. Wir haben wohl weniger Fehler als die anderen gemacht und deshalb stehen wir jetzt ganz oben", meinte Toni Eggert. Dagegen konnten die beiden Newcomer Robin Geuecke und David Gamm ihr Glück kaum fassen. "Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich bin einfach sprachlos. Es ist anders gelaufen, als wir es uns erwartet hatten", so Geuecke, der mit seinem drei Jahre jüngeren Partner David Gamm erstmals beim Weltcup auf dem Podium stand. "Wir haben uns schon eine gute Platzierung ausgerechnet, aber dass wir

zu Hause auf das Podest fahren, das ist einfach Wahnsinn", ergänzte David Gamm.

Dagegen lief der Weltcup-Auftakt für die beiden Olympiasiegern Tobias Wendl und Tobias Arlt nicht ganz nach Plan. Schon beim ersten Durchgang gelang ihnen einen Fahrfehler, weshalb dem Duo die Tagesbestzeit verwehrt blieb. Im zweiten Durchgang kamen sie nicht über die zehntschnellste Laufzeit hinaus. Am Ende reichte es dann nur noch zu Bronze.

Deutsche Rennrodlerinnen waren nicht zu schlagen

Vor dem Dreifach-Erfolg der deutschen Doppelsitzer vollbrachten auch die Damen im Einsitzer-Wettbewerb dieses Kunststück. Bei idealen Witterungsbedingungen sicherte sich Olympiasiegerin Natalie Geisenberger (ASV Miesbach) mit Laufbestzeiten im ersten und zweiten Durchgang ihren 34. Weltcup-Sieg und übernahm zugleich die Führung im Gesamt-Weltcup. Auf den Plätzen zwei und drei folgten ihre Teamkolleginnen Tatjana Hüfner (RC Blankenburg) und Dajana Eitberger (RC Illmenau).

Nach zwei Durchgängen verwies Geisenberger um 0,408 Sekunden ihre Teamkollegin Tatjana Hüfner sowie Dajana Eitberger (0,665) auf die nachfolgenden Plätzen. Die siebenfache Weltmeisterin aus dem bayrischen Miesbach raste mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 133 Stundenkilometern durch den 1239 Meter langen Eiskanal in der VELTINS EisArena und lag in beiden Läufen bei allen Zwischenzeiten stets in Front. Zugleich verbesserte die 28 Jahre alte Beamtin der Bundespolizei den am Vortag von der Österreicherin Birgit Platzer aufgestellten Bahnrekord ebenfalls in beiden Läufen auf eine neue Bestmarke von 55,323 Sekunden. Ihre fast sechs Jahre alte Startbestzeit von 4,903 Sekunden blieb dagegen unangetastet. "Das war richtig geil zum Fahren, vor allem der zweite Lauf. So ein Eis muss man erst einmal bei diesen warmen Temperaturen hinkriegen. Für mich war es ein rundum gelungener Tag. Und natürlich auch für das deutsche Team", meinte Geisenberger. Dagegen suchte die viermalige Weltmeisterin Tatjana Hüfner nach Gründen für ihren schwächeren, zweiten Lauf. "Mein Ziel waren zwei saubere Läufe, aber beim letzten Lauf hat es etwas gehapert", meinte Hüfner, die noch an gleicher Stätte das Finallauf im Weltcup in der Saison 2015/2016 für sich entschied. Dass es diesmal nicht zum Sieg reichte, nahm die 33 Jahre alte Erfurterin gelassen. "Die Natalie war saustark, sie hat sich den Sieg verdient. Aber auch ich bin zuversichtlich, das war ein gelungener Auftakt. Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht ganz zufrieden. Es kann nur noch besser werden", meinte Hüfner. Völlig happy war dagegen Dajana Eitberger, die den Sprung auf das Podium nicht erwartet hatte. "Wir hatten in dieser Woche nicht so gute Bedingungen, aber heute war das alles top. Ich freue mich riesig, wieder auf dem Podest stehen zu dürfen", sagte die WM-Dritte im Sprint. „Ein Weltcup ist halt doch immer etwas anderes als eine Qualifikation. Und bei mir steckte ja auch noch die

Unsicherheit des vergangenen Winters drin. So gesehen bin ich sehr zufrieden mit dem Saisonauftakt". Auch Bundestrainer Norbert Loch lobte seine Schützlinge. "Unsere drei Mädels an der Spitze haben in beiden Durchgängen fast perfekte Läufe absolviert und zugleich ihre guten Trainingsleistungen im Wettkampf bestätigen konnten. Das gibt ihnen viel Selbstvertrauen für die nächsten Wettbewerbe", meinte Loch. Auch mit dem Auftritt von Newcomerin Julia Taubitz, die sich erst am Vortag beim Nationencup einen Platz im 24er Starterfeld sichern konnte, war er zufrieden. Mit Platz 13 deutete das Nachwuchstalent ihren Weg an die internationale Spitze des Rennrodel-Sports an. "Ich hatte einen nahezu perfekten ersten Lauf. Im zweiten Durchgang hatte ich den einen oder anderen Fehler, aber insgesamt bin ich mit dem Einstieg in den Weltcup im Großen und Ganzen zufrieden. Der Weltcup bei den Frauen ist nun mal nicht mit dem Weltcup bei den Juniorinnen zu vergleichen. Das ist eine ganz andere Klasse", meinte Taubitz.

Am morgigen Sonntag steht zunächst der Weltcup-Auftakt bei den Männern (Einsitzer/ab 9.48 Uhr) sowie der BMW-Sprint Weltcup (ab 13.03 Uhr) auf dem Programm.

ERGEBNISSE:

Einsitzer - Damen (nach zwei Läufen):

1. Natalie Geisenberger (SV Miesbach), 1:50.724 Min., (55,401)

2. Tatjana Hüfner (RC Blankenburg), 1:51.132 Min, (55,558)

3. Dajana Eitberger (RC Illmenau), 1:51:389 Min, (55,712)

4. Birgit Platzer (Österreich) 1:51.598 Min, (55,925)

5. Tatyana Ivanova (Russland): 1:51.780 Min, (56,016)

6. Kimberley McRae (Kanada) 1:51:790 Min, (55,933)

...

13. Julia Taubitz (WSC Oberwiesenthal) 1:51.978 Min. (55,996).

Doppelsitzer - Männer (nach zwei Läufen):

1.Toni Eggert/Sascha Benecken (BRC Ilsenburg/RT Suhl) 1:25.905 Min, (42,692)

2. Robin Geuecke/David Gamm (BRC Winterberg) 1:26.287 Min, (43,138)

3. Tobias Wendl/Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/WSV Königssee) 1:26.426 Min (43,066)

4. Andris Sics/Juris Sics (Litauen) 1:26.537 Min, (43,192)

5. Ludwig Rieder/Patrick Rastner (Italien) 1:26.546 Min, (43,236)

6. Matt Mortensen/Jayson Terdiman (USA) 1:26.581 Min, (43,282)

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