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BSD-Sportler und Trainer erhoffen sich Siege und Medaillen

Winterberg (pst) Das BSD-Team geht optimistisch ins neue Jahr und möchte beim Heim-Weltcup im Bob und Skeleton am Wochenende in der VELTINS EisArena möglichst viele Podestplätze erzielen.

Den Auftakt machen am Freitag um 9.30 Uhr die Skeleton-Herren. Auch wieder mit dabei ist dann auch wieder Olympiasieger Christopher Grotheer (BRC Thüringen), der sich nach seinem Muskelfaserriss und dem Fehlen in Sigulda zurück meldet. Auf der Abschlusspressekonferenz einen Tag vor dem Rennen wollte sich Grotheer noch nicht auf eine Platzierung festlegen, er sagte: “Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Mal schauen, was geht.” Während der stark in den Winter gestartete Grotheer nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent ist, hofft Bundestrainer Christian Baude, dass einer der anderen Männer es schafft: “Alle haben das Potential, aufs Podest zu fahren.” In Sigulda war Felix Keisinger als Sechster am nächsten dran. Der exzellente Starter erklärte: “Ich hoffe, dass es am Start funktioniert und dann möchte ich schauen, was rauskommt.”

Sehr erfahren ist Axel Jungk (BSC Sachsen Oberbärenburg), der jüngst nach Dortmund gezogen ist, aber zuletzt bei den Rennen in Asien nicht mehr ganz vorne landete, aber in Altenberg als Vierter knapp das Podest verpasste. Er freut sich daher auf den Weltcup im eigenen Land: “Für mich sind alle deutschen Bahnen Heimbahnen. Die Bahn steht gut und ich denke, dass es morgen gut wird.” Vierter deutscher, männlicher Skeletoni ist Lukas Nydegger (RC Berchtesgaden). Er schnupperte als Fünfter in Altenberg ebenfalls am Podium, verpasste aber ansonsten die Top Zehn. Der 22-Jährige feierte in diesem Winter seine Weltcup-Premiere und war vorher im Europacup aktiv. Er verglich die beiden Wettbewerbe: “Für mich mache ich wenig anders, aber was mir auffällt, ist, dass es im Weltcup deutlich professioneller abläuft.”

Bei den Damen nahm Bundestrainer Baude eine Änderung vor und nahm für Corinna Leipold (WSV Königssee) Viktoria Dönicke (SV Halle) mit ins Team. Dönicke hatte beim Europacup in Winterberg als Siegerin überzeugt und gewonnen. Baude lobte sie als “Startgranate”. Die ehemalige Bob-Anschieberin nahm das Lob an und sagte: “Ich möchte beste Starterin sein.” Ebenfalls gut starten möchte Susanne Kreher (BSC Sachsen Oberbärenburg) und dann ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden: “Ich hoffe auf zwei konstante Fahrten und das bestmögliche Ergebnis.”

Als Weltcupführende tritt Lokalmatadorin Hannah Neise auf ihrer Heimbahn an. Sie erwartet ein “enges, spannendes Rennen”: “Es könnte alles drin sein.” Ebenfalls ein Heimrennen ist es für Jacqueline Pfeifer. Die 29-Jährige ist die Erfahrenste bei den deutschen Damen und sagt: “Ich werde alles geben und gucken, was dabei herauskommt.” Pfeifer ist Teil des IBSF-Athleten-Mentoren-Programm, bei dem der Weltverband jungen Sportlern aus anderen Ländern erfahrene Athleten an die Seite stellt. Pfeifer unterstützt die Dänin Nanna Johannsen. Die Dänin sagt: “Ich bin sehr dankbar, dass sich Jacqua die Zeit nimmt. Ich habe viele Ziele und dank der Kooperation mit Deutschland viele Möglichkeiten.”

Ebenfalls im Bob unterstützt Olympiasiegerin Laura Nolte mit Maja Voigt eine junge Dänin und hilft der Jugendolympiasiegerin mit ihrer Erfahrung. Die Pilotin des BSC Winterberg hatte ebenfalls als Mädchen bei der YOC im Monobob gewonnen und weiß um die Schwierigkeiten, dann den Umstieg zu schaffen. Nolte möchte vor eigenem Publikum an die jüngst gezeigten Erfolge anknüpfen und sich weiter auf oberster Stufe etablieren. Allerdings sieht die Weltmeisterin im Monobob von 2024 in Winterberg die starke Konkurrenz im eigenen Team mit Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) und Kim Kalicki (Eintracht Wiesbaden). “Bei der WM waren es vier Läufe im Monobob. Da hat mir auch meine Konstanz geholfen”, sagte Nolte.

Bei den Männern im Bob sind die drei Deutschen Piloten Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg), Johannes Lochner (BC Stuttgart) und Adam Ammour (BRC Thüringen) ebenfalls Kandidaten für das Podium. Bundestrainer René Spies warnt allerdings davor, es als Selbstläufer zu sehen: “Die Konkurrenz wartet auf unsere Fehler.” Spies sieht in den Piloten und Pilotinnen, die in Winterberg starten, auch die voraussichtlichen Starter für die olympischen Spiele im nächsten Winter. Die Bob-Wettbewerbe sind am Samstag und Sonntag. Gespannt sein, darf man auf die Winterberg-Premiere von Friedrichs Anschieber Simon Wulff, der im Sommer noch die viertbeste Zeit eines deutschen Sprinters in der Leichtathletik erzielte. “Er besitzt viel Potenzial. Es ist aber ganz normal, dass da auch noch was ausbaufähig ist. Es ist nicht so, dass ich meine Spikes anziehe und renne 100 Meter”, sagt Friedrich über seinen neuen Anschieber. Lob hat er für Matthias Sommer vom BSC Winterberg, der im zweiten Winter im Anschiberteam des Sachsen ist: “Matthias ist der Ruhepol, auch wenn er nicht mehr ganz so sprintstark ist.” Der 33-jährige Sommer sieht bei dem mehrfachen Olympiasieger und Weltmeister noch ein Level mehr als bei der Arbeit bei anderen Piloten, auch wenn er sagt: “Die tägliche Arbeit ist die gleiche.”

Adam Ammour hatte sich in den Selektionen durchgesetzt, zuletzt gab es aber in Sigulda drei Stürze. Er hofft: “Dass wir uns in den nächsten Rennen wieder besser präsentieren.” Johannes Lochner verzichtet in Winterberg auf den erkrankten Anschieber Georg Fleischhauer. Auch Lochner war über die Weihnachtstage angeschlagen und hofft im Hinblick auf die nächsten Rennen auf eine gute Vorstellung in Winterberg.