Winterberg (pst). In Winterberg geht es Schlag auf Schlag. Ein Großereignis folgt auf das nächste. Eine Woche nach dem Bob- und Skeleton-Weltcup gastieren die weltbesten Rodler in der VELTINS-EisArena. Der fünfte EBERSPÄCHER-Weltcup des Winters ist eine wichtige Standortbestimmung wenige Wochen vor den Olympischen Spielen, die für die Rodler am ersten Februarwochenende im Cortina Sliding Centre Eugenio Monti starten.
In Winterberg beginnen die Wettkämpfe am Freitag, 9. Januar, mit dem Nationencup, bei dem die nicht gesetzten Rodler darum kämpfen, einen Platz für die Weltcup-Wettbewerbe zu bekommen, die am Samstag und Sonntag über die Bühne gehen. Den Auftakt bei den Weltcups machen am Samstag ab 11.52 Uhr die Damen im Einsitzer. Hier gilt es für die momentan stärksten Deutschen Merle Fräbel und Julia Taubitz sich gegen die formstarke US-Amerikanerin Summer Britcher zu behaupten. Nachdem Taubitz beim Saisonauftakt in Winterberg Zwölfte wurde, möchte die Rodlerin des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal sicherlich nochmal zeigen, dass der Erfolg in der VELTINS-EisArena nur über sie gehen kann. Schließlich stand Taubitz in den Jahren zuvor regelmäßig ganz oben auf dem Treppchen im Sauerland. Aber auch Fräbel zählt nach Rang zwei im Dezember zu den Topfavoritinnen.
Die Herren im Einsitzer folgen. Der erste Lauf beginnt um 14.28 Uhr. Wer hier gewinnen will, muss an Felix Loch vorbei. Der 36-Jährige ist momentan in bestechender Form und siegte in drei der bisherigen vier Weltcups, unter anderem auch zum Auftakt in Winterberg als der Routinier des RC Berchtesgaden in beiden Läufen dominierte, genau wie zum Jahresauftakt beim Weltcup in Sigulda. Der zehn Jahre jüngere Max Langenhan vom BRC 05 Friedrichroda stand diesen Winter immer auf dem Treppchen, aber noch nicht ganz oben. Neben den starken Österreichern zählt er zu den Sieganwärtern. Aus deutscher Sicht ist auch spannend, wer sich hinter Loch und Langenhan für Olympia aufdrängt.
Der Sonntag steht zunächst im Zeichen der Doppelsitzer. Um 9 Uhr starten die Damen. Das sächsisch-sauerländische Duo Jessica Degenhardt/ Cheyenne Rosenthal gewann das Auftaktrennen Anfang Dezember auf der Bahn, auf der sie 2022 erste Weltmeisterinnen wurden. In Sigulda gingen sie aber nach fehlenden Trainingsläufen nicht an den Start. Neben Degenhardt/ Rosenthal zählen deren Landsfrauen, die Weltcupführenden Dajana Eitberger/ Magdalena Matschina, und die Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp zum engsten Favoritenkreis.
Bei den Herren im Doppelsitzer, die um 11 Uhr loslegen, ist Spannung garantiert. Die erfahrenen Bayern Tobias Wendl/ Tobias Arlt führen hauchdünn im Weltcup mit einem Punkt vor den Letten Martins Bots und Roberts Plume. Dicht darauf folgen die Österreicher Juri Gatt und Ricardo Schöpf. Aus deutscher Sicht müssen auch die Duos Martin Eggert/ Florian Müller sowie die amtierenden Weltmeister Hannes Orlamünder und Paul Gubitz beachtet werden. Für alle gilt es entweder, die Form für Olympia zu optimieren oder die nötigen Ergebnisse zu erzielen, um noch auf den Zug nach Cortina aufzuspringen.
Den Abschluss in Winterberg macht Sonntag am frühen Nachmittag ab 13.50 Uhr die Team-Staffel, in der es um eine geschlossene Mannschaftsleistung geht und nicht unbedingt immer die besten Einzelathleten ganz oben stehen. Für alle Wettkampftage stehen noch Tickets zur Verfügung.
Bildnachweis: Große Freude bei Felix Loch im Dezember beim Weltcup Auftakt in Winterberg, ©Dietmar Reker